Mehr als 100 Menschen beim Sehlder Sommerkino

Mehr als 100 Menschen, Beatles-Musik und ein Sommerabend auf dem Linnemannschen Hof: Das zweite Sehlder Sommerkino wurde zum Treffpunkt für Sehlde und Gäste aus der Umgebung. #Sehlde #Sommerkino #Kultur #OpenAirKino #sehlde.info

Als die ersten Besucherinnen und Besucher am Abend des 1. August auf dem Hof der Familie Linnemann eintrafen, standen vor dem großen Scheunentor bereits Leinwand und Technik bereit. Stühle waren aufgestellt, einige Gäste hatten Liegestühle mitgebracht. Noch war es hell, deshalb blieb zunächst Zeit für Gespräche, Getränke und Popcorn.

Ein voller Hof statt leerer Stühle

Mit einem solchen Andrang hatte die Kulturinitiative offenbar nicht unbedingt gerechnet. „Wir haben knapp über 100 Tickets verkauft.“, berichtet Heike Brümmer. Zwischenzeitlich mussten zusätzliche Stühle geholt werden. Auch Gäste aus der Umgebung waren dabei. Ein Hinweis in der Salzgitter Zeitung hatte offenbar zusätzlich auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht.

Der Filmstart verzögerte sich etwas, denn für die Projektion musste es ausreichend dunkel sein. Gegen 21.30 Uhr konnte das Mobile Kino Niedersachsen schließlich beginnen. Gezeigt wurde „Yesterday“, eine britische Musikkomödie aus dem Jahr 2019. Darin gerät der erfolglose Musiker Jack Malik nach einem weltweiten Stromausfall in eine Welt, in der sich niemand mehr an die Beatles erinnert. Er selbst kennt deren Lieder noch und beginnt, sie als eigene Songs zu spielen.

Für den Sehlder Kinoabend war der Film aus einem weiteren Grund passend: Die Beatles-Musik sorgte bereits vor dem eigentlichen Film für eine besondere Atmosphäre. „Der Film kam beim Publikum sehr gut an. Die Beatles-Songs haben auch für eine besondere Atmosphäre gesorgt“, erzählt Brümmer. Die Stimmung sei insgesamt sehr entspannt gewesen. Auch als es später kühler wurde, blieben die Besucherinnen und Besucher sitzen.

Ein Abend, der Erinnerungen weckte

Wie unterschiedlich das Publikum den Abend erlebte, zeigte eine Begegnung nach dem Film. Ein Rentnerehepaar kam auf Heike Brümmer zu. Der Mann erzählte gerührt, dass die erste Single, die er sich als Teenager von seinem Taschengeld gekauft hatte, eines der Lieder gewesen sei, die im Film vorkamen. Die Musik habe ihn deshalb besonders berührt.

Für Brümmer war diese Reaktion ein Beispiel dafür, was das Sommerkino leisten kann: Menschen unterschiedlichen Alters verbringen gemeinsam einen Abend und bringen dabei ihre eigenen Erinnerungen und Geschichten mit. „Unser Sommerkino ist eine schöne Möglichkeit im Dorf zusammenzukommen und einen gemeinsamen Abend zu verbringen“, sagt sie. Das Angebot solle bewusst niedrigschwellig sein.

Viele Helfende hinter den Kulissen

Zum Gelingen trugen neben der Kulturinitiative mehrere Beteiligte bei. Die Familie Linnemann stellte ihren Hof unkompliziert zur Verfügung und half bei der Veranstaltung mit. Die Töchter sorgten mit einer professionellen Popcornmaschine für frisches Popcorn. Das Organisationsteam kümmerte sich um Getränke und weitere Vorbereitungen.

Auch innerhalb der Kulturinitiative hat sich das Team inzwischen verändert. Heike Spieker, die die Kulturinitiative gemeinsam mit Heike Brümmer aufgebaut hat, ist nach vielen aktiven Jahren nicht mehr dabei. Dafür arbeitet inzwischen eine größere Gruppe gemeinsam mit dem Kulturteam des Bürgervereins an Veranstaltungen. Beim Sommerkino waren Claudia Stüber, Gabi und Thomas Klenke, Frank Härdter, Annette Lohse und Heike Brümmer beteiligt.

Unterstützung kam außerdem vom Mobilen Kino Niedersachsen. Das 1992 in Oldenburg gegründete Projekt der LAG Jugend und Film Niedersachsen begleitete im Jahr 2025 nach eigenen Angaben 427 Filmvorführungen mit insgesamt 21.572 Besucherinnen und Besuchern. Auch im Landkreis Wolfenbüttel war das Team bereits unter anderem in Klein Denkte, Dettum, Lucklum und Schöppenstedt zu Gast. Für das Sehlder Sommerkino reisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits einige Stunden vor Beginn an, um Leinwand und Technik aufzubauen.

Kultur als Geschenk an das Dorf

Finanziell war das Sommerkino nicht kostendeckend. Die Kulturinitiative entschied sich bewusst dafür, die Veranstaltung zu bezuschussen. Einnahmen aus eigenen Veranstaltungen und Spenden wurden eingesetzt, damit der Eintritt mit 5 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder niedrig bleiben konnte. „Wir haben gesagt, dass wir das Kino eben so preisgünstig anbieten wollen, dass sich wirklich jeder und jede das leisten können“, erklärt Brümmer.

Ob es auch im kommenden Jahr wieder ein Sehlder Sommerkino geben wird, steht noch nicht fest. Die Kulturinitiative will im Herbst über die Aktionen für 2027 beraten. Der Abend auf dem Linnemannschen Hof hat allerdings gezeigt, dass das Interesse vorhanden ist: Mehr als 100 Menschen kamen zusammen, um einen Film zu sehen, Musik zu hören und einen gemeinsamen Sommerabend zu verbringen.

Schreibe einen Kommentar

*