Samtgemeindeverwaltung als Übergangslösung in Sehlde

Die Samtgemeinde prüft neue Verwaltungsstandorte: Teile der Verwaltung könnten vorübergehend nach Sehlde verlagert werden.

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Die Samtgemeinde Baddeckenstedt steht vor einer grundlegenden Veränderung ihrer Verwaltungsstruktur. Hintergrund ist der bauliche Zustand des bestehenden Rathauses, das in den kommenden Jahren umfassend saniert werden muss und bereits jetzt als zu klein gilt. Der Verwaltung wurde ein pragmatisches und günstigeres Angebot unterbreitet.

Verwaltung zieht in das Jägerhaus nach Sehlde

Nach aktuellen Überlegungen soll ein Teil der internen Verwaltung künftig im Jägerhaus im Sehlder Hainberg untergebracht werden. Dabei handelt es sich um eine ehemalige Ausflugsgaststätte, die in den vergangenen Jahren aufwendig saniert wurde und heute vor allem für Veranstaltungen genutzt wird.

Geplant ist, dass insbesondere Bereiche wie Bauen und Liegenschaften, die Kämmerei sowie das Ratsbüro in die oberen Etagen des Gebäudes einziehen. Dort befinden sich ehemalige Gästezimmer und Wohnbereiche, die entsprechend genutzt werden könnten.

Samtgemeindebürgermeister Frederik Brandt äußerte sich zuversichtlich zu den Planungen. Sinngemäß erklärte er, dass die Verwaltung mit dieser Lösung flexibel aufgestellt sei und neue Wege gehe, um den Betrieb auch unter schwierigen Rahmenbedingungen aufrechtzuerhalten.

Der Veranstaltungsbereich im Erdgeschoss soll weiterhin für Trauungen und andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Bürgerbüro künftig im RVZ Baddeckenstedt

Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Umstellung vor allem eine Veränderung beim direkten Kontakt mit der Verwaltung. Das Bürgerbüro mit Publikumsverkehr soll während der Sanierungsphase im Regionalen Versorgungszentrum in Baddeckenstedt angesiedelt werden.

Das RVZ bündelt bereits verschiedene Angebote der Daseinsvorsorge und befindet sich teilweise in Trägerschaft der Samtgemeinde. Dort finden unter anderem Beratungsangebote statt, sodass die Infrastruktur grundsätzlich vorhanden ist.

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sollen verstärkt im Homeoffice arbeiten. Voraussetzung dafür ist eine fortschreitende Digitalisierung der Aktenbestände, an der derzeit intensiv gearbeitet wird.

Infrastruktur im Jägerhaus stellt Herausforderung dar

Die Nutzung des Jägerhauses als Verwaltungsstandort bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Das Gebäude ist nicht an die öffentliche Versorgung angeschlossen. Strom wird derzeit über Generatoren erzeugt, Wasser muss angeliefert werden.

Auch die Internetanbindung entspricht nicht modernen Anforderungen. Eine Verbesserung über satellitengestützte Lösungen wird geprüft. Ein klarer Vorteil aus Sicht der Verwaltung ist, dass eine autarke Arbeit, wie sie in Krisenfällen nötig sein könnte, ohnehin gegeben ist.

Zudem ist noch offen, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Nutzung als Verwaltungsstandort genehmigt werden kann. Hierzu befinden sich die Niedersächsischen Landesforsten als Eigentümer sowie der Landkreis Wolfenbüttel als Genehmigungsbehörde in Abstimmung.

Alternative Standorte ebenfalls im Gespräch

Parallel wurden auch andere Übergangslösungen geprüft. Diskutiert wurde unter anderem eine Unterbringung in Räumlichkeiten in Salzgitter Bad, etwa im Bereich des kleinen Rathauses oder in einem Bankgebäude am Klesmerplatz.

Diese Optionen hätten jedoch zur Folge, dass die Samtgemeinde stärker von externen Eigentümern abhängig wäre. Vor diesem Hintergrund wird die Nutzung eigener oder regional verfügbarer Gebäude bevorzugt geprüft.

Kosten und Zeitplan noch offen

Konkrete Aussagen zu den Kosten oder zur Dauer der Maßnahme sind derzeit noch nicht möglich. Beide Faktoren hängen maßgeblich vom Fortschritt der geplanten Rathaussanierung ab. Für diese wurde bislang noch kein Planungsbüro beauftragt.

Historischer Ort mit neuer Nutzung

Das Jägerhaus blickt auf eine lange Geschichte zurück. Es wurde um 1820 errichtet und diente über viele Jahrzehnte als Ausflugsgaststätte. Nach umfangreicher Sanierung wird es heute wieder für Veranstaltungen genutzt, unter anderem auch für standesamtliche Trauungen.

Bei den dargestellten Planungen handelt es sich um einen Aprilscherz.
Tatsächlich ist das Rathaus der Samtgemeinde in die Jahre gekommen, und im Jägerhaus Sehlde finden bereits Trauungen statt. Eine Verlagerung der Verwaltung in das Gebäude ist jedoch nicht geplant. Auch das Regionale Versorgungszentrum in Baddeckenstedt befindet sich weiterhin teilweise in Trägerschaft der Samtgemeinde und erfüllt seine vorgesehenen Aufgaben.

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