Schlamm, Wasser und Hindernisse gehören beim Muddy Angel Run dazu. Für eine Gruppe von Frauen aus Sehlde, Hohenassel und Ringelheim geht es aber um mehr: um Freundschaft, Zusammenhalt und ein gemeinsames Zeichen gegen Brustkrebs. #Sehlde #MuddyAngelRun #Zusammenhalt #Brustkrebs #Stadtoldendorf
Eine Idee, die geblieben ist
Eigentlich begann alles schon vor Corona. Susanne Habekost, von allen Susi genannt, und Tanja Bust-Piefke hatten die Idee, gemeinsam mit ihren Töchtern am Muddy Angel Run teilzunehmen. Dann kam die Pandemie und der Plan musste warten.
2023 war es schließlich so weit. Tanja und Susi gingen mit ihren Töchtern an den Start. Was damals noch wie ein gemeinsames Abenteuer aussah, ist inzwischen zu einer festen Tradition geworden.
Zum festen Kern gehören heute Tanja Bust-Piefke, Susanne Habekost, Michelle Bust, Ramona Habekost, Heike Nacke und Sandra Elger. Dazu kommen immer wieder weitere Frauen. Einige hören im Freundes- oder Bekanntenkreis von der Gruppe und fragen, ob sie mitmachen können. Andere sind einmal dabei und entscheiden sich anschließend gegen eine weitere Teilnahme.
Die Gruppe wächst und schrumpft also von Jahr zu Jahr. Geblieben ist aber das gemeinsame Erlebnis.
Niemand muss allein durch den Schlamm
Wer den Muddy Angel Run kennt, weiß: Es geht durch Wasser, Schlamm und verschiedene Hindernisse. Fünf Kilometer liegen vor den Teilnehmerinnen. Ob sie dabei laufen, walken, gehen oder gemütlich flanieren, spielt keine Rolle. Eine Zeitvorgabe gibt es nicht.
Viel wichtiger ist, dass niemand allein bleiben muss.
Die Frauen helfen sich gegenseitig über die Hindernisse, warten aufeinander und feuern sich an. Und dieser Gedanke endet nicht an der Grenze der eigenen Gruppe.
2024 nahm die Gruppe eine Frau auf, die ursprünglich allein gestartet war. In diesem Jahr wiederholte sich die Situation. Die beiden Frauen wurden kurzerhand in die Gruppe aufgenommen und machten den weiteren Weg gemeinsam mit den anderen Teilnehmerinnen.
„Keine ist allein!“, beschreibt Susi Habekost die Haltung der Gruppe.
Die beiden Frauen hätten anschließend erzählt, wie viel Spaß sie mit der Gruppe gehabt hätten, und sich für die Aufnahme bedankt. Für die Sehlderinnen sind solche Begegnungen inzwischen genauso Teil des Muddy Angel Run wie Schlamm und Wasser.

Für Tanja ist der Zusammenhalt persönlich
Dass der Zusammenhalt für die Gruppe mehr ist als ein schöner Nebeneffekt, zeigt die Geschichte von Tanja Bust-Piefke.
Der Muddy Angel Run steht im Zeichen des Kampfes gegen Brustkrebs. Für Tanja ist das Thema persönlich. Zwei ihrer engen Freundinnen waren beziehungsweise sind betroffen. Im vergangenen Jahr verlor sie außerdem ihre Mutter an Krebs.
Besonders die Motivationsansprache vor dem Start geht ihr deshalb nahe. Dort wird den Teilnehmerinnen vermittelt, dass sie im Kampf gegen Krebs zusammenstehen, sich gegenseitig unterstützen und halten müssen.
Für viele Frauen auf dem Gelände ist das keine abstrakte Botschaft. Sie bringen ihre eigenen Geschichten mit. Manche kämpfen selbst gegen eine Erkrankung, andere begleiten Angehörige oder Freundinnen. Manche haben einen Menschen verloren.
Und dann stehen sie gemeinsam am Start.
Für Tanja ist genau das der besondere Moment des Tages. Nicht das Überwinden eines bestimmten Hindernisses, sondern das Gefühl, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein, in der jede ihre eigene Geschichte mitbringt.
Fünf Kilometer, viele Geschichten
Am 16. August ging die Gruppe im Freizeitpark Mammut in Stadtoldendorf erneut gemeinsam an den Start.
Die Bedingungen waren diesmal vergleichsweise freundlich. Im Vergleich zum Vorjahr gab es weniger Schlamm- und Wasserpfützen. Für eine Gruppe, die freiwillig Geld dafür bezahlt, sich durch Schlamm und kaltes Wasser zu bewegen, ist das fast schon eine kleine Enttäuschung.
„Unglaublich, dass man Geld bezahlt, um sich durch Schlamm und kaltes dreckiges Wasser zu bewegen“, sagt Susi mit einem Augenzwinkern.
Eine besondere Vorbereitung gibt es trotzdem nicht. Wechselkleidung, Essen und Getränke gehören ins Gepäck. Vor dem Start wird sich gemeinsam aufgewärmt, danach geht es auf die Strecke.
Und natürlich wird auch in diesem Jahr wieder überlegt, welches gemeinsame T-Shirt, welche Mütze, welcher Hut oder welches Käppi die Gruppe tragen soll. Die gemeinsame Kleidung ist inzwischen ebenso Teil der Tradition wie die Fotos vor und nach dem Lauf.
Nach dem Zieleinlauf gibt es ein Getränk und einen kleinen Snack. Wer möchte, kann anschließend den gröbsten Schlamm unter den kalten Duschen abspülen.
Doch das eigentliche Erinnerungsfoto entsteht längst nicht nur im Ziel. Es sind die gemeinsamen Momente auf der Strecke, die für die Frauen bleiben.
Und nächstes Jahr?
Nach vier gemeinsamen Teilnahmen ist die Frage für Susi schnell beantwortet.
Natürlich geht es weiter.
Die Gruppe soll auch künftig offen bleiben für Frauen, die sich anschließen möchten. Denn genau darin liegt inzwischen ein wichtiger Teil ihrer Geschichte: Aus zwei Familien wurde eine Gruppe, aus einer Idee eine Tradition – und aus einem Hindernislauf ein gemeinsames Erlebnis, bei dem niemand allein bleiben soll.
Wer Interesse hat, sich der Gruppe beim nächsten Muddy Angel Run anzuschließen, kann sich bei Tanja Bust-Piefke oder Susanne Habekost melden. Fotos: Tanja Bust-Piefke