Politischer Nachmittag in Sehlde: Drei Kandidaten, viele Themen und Gespräche

Am 29. August 2026 stellten sich in Sehlde die drei Kandidaten für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters sowie die Kandidatinnen und Kandidaten für Gemeinde- und Samtgemeinderat vor. Im Mittelpunkt standen die Zukunft der Samtgemeinde und der direkte Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. #Sehlde #Kommunalwahl #Baddeckenstedt #Samtgemeinde #Politik

Am 29. August 2026 hatten der Bürgerverein und die Wählergemeinschaft Sehlde zu einem politischen Nachmittag eingeladen. Die Veranstaltung sollte den Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit geben, die drei Kandidaten für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters kennenzulernen und sich ein Bild von ihren unterschiedlichen Schwerpunkten zu machen. Außerdem stellten sich die Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinde- und Samtgemeinderat vor.

Den Auftakt machte um 16.00 Uhr Florian Becker. Er begrüßte die anwesenden Bürgerinnen und Bürger, die Kandidaten für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters sowie die Kandidatinnen und Kandidaten für die beiden Räte. Auch Bürgermeisterin Annika Bollmeier nahm an der Veranstaltung teil. Becker dankte dem Sportverein Sehlde für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die Bewirtung sowie Thomas Wolf für die Übernahme der Moderation.

Becker blickte außerdem auf die schwierige Ausgangslage im Februar zurück. Damals hatten sich lediglich vier Personen für eine Kandidatur zum Gemeinderat gefunden. Inzwischen treten 14 Menschen für den Gemeinderat an, drei davon zusätzlich für den Samtgemeinderat.

Kommunalwahl und politische Arbeit vor Ort

Arno Festerling informierte anschließend über den Stand der Kommunalwahl. Dabei ging es unter anderem um die Bedeutung der Wählerliste für die politische Selbstbestimmung Sehldes und um die Sitzverteilung in Gemeinde- und Samtgemeinderat. Die erforderlichen Wahlunterlagen seien fristgerecht eingereicht worden. Von der Samtgemeinde Baddeckenstedt habe es dazu eine positive Rückmeldung gegeben.

Anschließend richtete sich der Blick auf die drei Bewerber für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters. Thomas Wolf stellte den Ablauf der Vorstellungsrunde vor. Jeder Kandidat hatte zehn Minuten Zeit, um Fragen aus einem zuvor übermittelten Fragenkatalog zu beantworten. Die Reihenfolge war ausgelost worden.

Thematisch reichte die Runde weit über einzelne kommunale Projekte hinaus. Gesprochen wurde über Schulen und Kindertagesstätten, Ganztagsbetreuung, die Attraktivität der Samtgemeinde für junge Familien, Angebote für Seniorinnen und Senioren, die finanzielle Situation, die Leistungsfähigkeit der Verwaltung und die Frage, wie sich die Samtgemeinde langfristig entwickeln soll.

Auch mögliche strukturelle Veränderungen wie Fusionen, eine Einheitsgemeinde oder ein Wechsel des Landkreises gehörten zu den angesprochenen Themen. Hinzu kamen der geplante Rathausneubau und die Frage, welche konkreten Vorhaben die Kandidaten im Falle ihrer Wahl angehen würden.

Unterschiedliche Schwerpunkte der Kandidaten

Frederik Brandt, 37 Jahre alt und amtierender Samtgemeindebürgermeister, stellte unter anderem die weitere Digitalisierung der Verwaltung heraus. Verwaltungsleistungen sollten für die Bürgerinnen und Bürger einfacher zugänglich werden.

Auch die medizinische Versorgung war Thema. Nach seinen Angaben sollen im Medizinischen Versorgungszentrum ab Oktober fünf Ärztinnen und Ärzte tätig sein. Darüber hinaus betonte Brandt die Bedeutung des Ehrenamtes sowie des Brand-, Hochwasser- und Katastrophenschutzes.

Bei der Frage nach der Zukunft der Grundschule Sehlde wurde Brandt konkret. Er erklärte, dass der derzeitige Schulstandort langfristig nicht erhalten werden könne. Für einen möglichen Neubau nannte er ein Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro. Als notwendige Maßnahmen am bestehenden Gebäude wurden unter anderem Brandschutz, Barrierefreiheit und Inklusion genannt. Ein neuer Standort sei noch nicht festgelegt. In der Fragerunde schätzte Brandt, dass die Grundschule in Sehlde noch etwa fünf bis sieben Jahre bestehen bleiben werde.

Gerhard Schrader, 51 Jahre alt und Kandidat der Linken, richtete den Blick vor allem auf die Vielzahl größerer Vorhaben. Neben einem möglichen Schulneubau nannte er den Rathausneubau und einen Neubau für die Feuerwehr. Aus seiner Sicht müsse zunächst geklärt werden, welche Projekte Vorrang haben. Eine Prioritätenliste solle dabei helfen, die anstehenden Aufgaben strukturiert abzuarbeiten.

Stephan Grenz, 55 Jahre alt, Diplom-Verwaltungswirt und Kandidat der SPD, setzte einen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit innerhalb der Samtgemeinde. Die Kommunikation zwischen der Samtgemeinde und ihren Mitgliedsgemeinden müsse verbessert werden.

Grenz verwies außerdem auf den Fachkräftemangel und die Konkurrenz anderer Behörden um qualifizierte Beschäftigte. Fördermittel müssten effizienter eingeworben und Projekte schneller umgesetzt werden. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen und das vorhandene technische Fachwissen seien für die weitere Entwicklung der Samtgemeinde von Bedeutung.

Fragen aus dem Publikum

Nach den Vorstellungen konnten die Bürgerinnen und Bürger selbst Fragen stellen. Dabei wurden die zuvor angesprochenen Themen teilweise konkreter.

Neben der Zukunft der Grundschule ging es unter anderem um die Betreuungssituation in Kindertagesstätten, Krippengebühren und die Samtgemeindeumlage.

Gerhard Schrader wurde gefragt, welche drei Themen er im Falle seiner Wahl zuerst angehen würde. Er nannte die Umsetzung des bereits beschlossenen Jugendparlaments, die Erstellung einer Prioritätenliste und das Einholen weiterer Informationen, um Entscheidungen auf einer möglichst fundierten Grundlage treffen zu können.

Auch der Hochwasserschutz wurde angesprochen. Stephan Grenz verwies darauf, dass mehrere Gemeinden der Samtgemeinde von den Folgen starker Regenereignisse betroffen seien. Regenrückhaltebecken, Objektschutz und weitere Schutzmaßnahmen seien mögliche Handlungsfelder. Gleichzeitig sei eine engere Zusammenarbeit mit dem Wasserverband erforderlich.

Die Podiumsdiskussion zeigte damit unterschiedliche Schwerpunkte der drei Bewerber: Während Brandt unter anderem auf die Weiterentwicklung bestehender Angebote und die Digitalisierung verwies, stellte Schrader die Priorisierung der anstehenden Großprojekte heraus. Grenz legte seinen Schwerpunkt stärker auf Zusammenarbeit, Verwaltung, Fachkräfte und die Umsetzung von Projekten.

Kandidatinnen und Kandidaten für die Räte

Nach der Podiumsdiskussion stellten sich die Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinde- und Samtgemeinderat persönlich vor.

Für den Gemeinderat kandidieren Annika Bollmeier, Carsten Baumann, Florian Becker, Marco Harneit, Steven Ohnheiser, Wolfgang Pöhlmann, Thomas Klenke, Charlotte Tilch, Lasse Stoschek-Brunke, Clemens Bongen und Sven Godescheit.

Arno Festerling, Bernd Schwager und Bernhard Bellmer kandidieren sowohl für den Gemeinderat als auch für den Samtgemeinderat.

Damit wurde am Nachmittag nicht nur die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters thematisiert. Die Veranstaltung gab zugleich einen Überblick darüber, welche Personen aus Sehlde bei der Kommunalwahl für die kommunalen Gremien zur Wahl stehen.

Persönliche Gespräche zum Abschluss

Nach dem offiziellen Programm informierte der Bürgerverein über bevorstehende Aktivitäten. Anschließend boten Getränke und Grillgut Gelegenheit zum weiteren Austausch.

Dabei blieben auch Frederik Brandt, Stephan Grenz und Gerhard Schrader vor Ort und standen für persönliche Gespräche zur Verfügung. Für die Besucherinnen und Besucher bestand damit die Möglichkeit, Fragen noch einmal direkt und abseits der Podiumsdiskussion anzusprechen.

Der politische Nachmittag verband damit Informationen zur Kommunalwahl mit einer öffentlichen Diskussion und anschließendem persönlichen Austausch. Für die Sehlderinnen und Sehlder bot die Veranstaltung zugleich die Gelegenheit, nicht nur die Kandidaten für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters, sondern auch die Bewerberinnen und Bewerber für die kommunalen Räte kennenzulernen. Fotos: Thomas Klenke und Florian Becker

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