Seit über zwei Jahren ist die direkte Verbindung zwischen Sehlde und Salzgitter-Ringelheim unterbrochen. Recherchen von sehlde.info zeigen: Ein entscheidender Antrag liegt noch immer nicht vor.
#Sehlde #Ringelheim #Verkehr #Baustelle #L498
Die Sperrung der Landesstraße 498 im Bereich der Bahnbrücken zwischen Sehlde und Salzgitter-Ringelheim dauert inzwischen seit mehr als zwei Jahren an. Für viele Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies weiterhin erhebliche Umwege im Alltag. Betroffen sind nicht nur Sehlde, sondern auch die Orte Alt Wallmoden und Ringelheim.
Recherchen von sehlde.info zeigen, dass ein zentraler Schritt für die Fortsetzung der Bauarbeiten weiterhin fehlt. Nach Auskunft der Stadt Salzgitter liegt bis Anfang März 2026 noch immer kein prüffähiger wasserrechtlicher Antrag der DB InfraGO AG vor. Ohne diesen Antrag kann die zuständige Untere Wasserbehörde das Genehmigungsverfahren nicht abschließen.
Bereits im Dezember 2025 hatte der Pressesprecher der Stadt Salzgitter, Dr. Martin Neumann, auf Nachfrage von sehlde.info erklärt, dass ein entsprechender Antrag angekündigt sei, bislang aber nicht eingereicht wurde. Auch auf eine erneute Nachfrage bestätigte die Stadt am 25. Februar 2026: Ein prüffähiger Antrag liegt weiterhin nicht vor.
Erst wenn vollständige Unterlagen eingereicht werden, kann die Wasserbehörde prüfen, ob eine Genehmigung zur dauerhaften Grundwasserabsenkung im Bereich der Unterführung erteilt werden kann.
Grundwasser als zentrales Problem
Der Hintergrund der Verzögerung liegt im Bereich der Entwässerung der neuen Straßenunterführung. Damit die erforderliche Durchfahrtshöhe von 4,70 Metern unter den Bahnbrücken erreicht werden kann, muss die Fahrbahn abgesenkt werden.
Dabei stellte sich während der Bauarbeiten heraus, dass der Grundwasserspiegel deutlich höher liegt als ursprünglich angenommen. Für die notwendige Grundwasserabsenkung ist eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens können die Arbeiten an der Straße fortgesetzt werden.
Wie die Goslarsche Zeitung berichtete, plant die Bahn derzeit, die erforderlichen Genehmigungen mit den Behörden abzustimmen. Nach Angaben des Projektteams könnten die Bauarbeiten voraussichtlich im Sommer 2026 beginnen. Eine Fertigstellung der rund 300 Meter langen Straßenbaumaßnahme wird derzeit für den Herbst 2026 in Aussicht gestellt.
Gemeinde Sehlde fordert Fortschritte
Die Gemeinde Sehlde hat sich mehrfach an die Deutsche Bahn sowie an die Stadt Salzgitter gewandt, um Klarheit über den Sachstand zu erhalten und auf eine Beschleunigung des Verfahrens hinzuwirken.
Der stellvertretende Bürgermeister Michael Schadler hatte bereits im Juli 2025 schriftlich eine nachvollziehbare Darstellung des Sachstands sowie eine Prüfung möglicher Übergangslösungen gefordert. Ziel sei es gewesen, zumindest eine provisorische Öffnung der Strecke für den Individualverkehr zu prüfen.
Nach Angaben der Gemeinde blieb eine Antwort der Deutschen Bahn bislang aus.
Langelsheim sieht keine eigene Zuständigkeit
Auch die Stadt Langelsheim ist indirekt von der Situation betroffen. Der Umleitungsverkehr führt seit der Sperrung über Alt Wallmoden, wo viele Bürgerinnen und Bürger eine deutlich gestiegene Verkehrsbelastung wahrnehmen.
Auf Anfrage von sehlde.info erklärte die Stadt Langelsheim jedoch, dass die Baustelle nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich liege. Die Kreisstraße 67 sei für das aktuelle Verkehrsaufkommen ausreichend ausgebaut. Gründe, die Verkehrsführung abzulehnen, sehe man daher nicht.
Eine Beteiligung der Stadt Langelsheim an der Planung der Umleitung habe es nach Angaben der Verwaltung zuvor nicht gegeben.
Anwohner berichten von neuen Hinweisen der Bahn
In den vergangenen Wochen berichteten Anwohnerinnen und Anwohner zudem von Informationszetteln, die im Bereich der Baustelle verteilt worden sein sollen. Darin kündigt die Bahn an, dass die Bauarbeiten nach Abschluss der erforderlichen Genehmigungen fortgesetzt werden sollen.
Eine offizielle Bestätigung dieser Informationen liegt derzeit nicht vor. Nach Angaben aus dem Ortsrat in Ringelheim wurden entsprechende Hinweise jedoch tatsächlich verteilt.
Viele Fragen bleiben offen
Für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger bleibt die Situation damit weiterhin unbefriedigend. Zwar wird inzwischen ein möglicher Zeitrahmen für die Fortsetzung der Bauarbeiten genannt. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass ein entscheidender Schritt im Genehmigungsverfahren weiterhin aussteht.
Solange der notwendige wasserrechtliche Antrag nicht vollständig bei der Stadt Salzgitter eingereicht wird, kann das Verfahren nicht abgeschlossen werden – und auch die Bauarbeiten an der Landesstraße 498 bleiben weiter unterbrochen.